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Einfamilienhaus am Abend mit Außensirene einer Alarmanlage unter der Dachkante

Ratgeber · Einbruchschutz

Einbrüche in Berlin und Brandenburg: Statistik 2025 und wie Sie Einbrecher abschrecken

Wohnungseinbrüche nehmen in Berlin und Brandenburg deutlich zu. Was die Polizeistatistik seit 2015 zeigt, wie die Bezirke abschneiden und welche Schutzmaßnahmen belegt sind.

Redaktion Helikum Security · 7. November 2026 · 16 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Die Polizei Berlin hat 2025 10.618 Wohnraumeinbrüche erfasst, 24,5 Prozent mehr als 2024. In Brandenburg stieg die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle um 23,7 Prozent auf 3.164, bundesweit um 5,7 Prozent auf 82.920. Die Höchststände seit 2015 sind damit nicht erreicht: Berlin zählte 2015 11.815 Fälle, Brandenburg 4.436. Fast jede zweite Tat blieb im Versuch stecken – in Berlin 45,8 Prozent, in Brandenburg 43,6 Prozent. Für Ihr Haus heißt das: zuerst Türen und Fenster mechanisch sichern, dann mit Alarmanlage, Licht und Nachbarschaft ergänzen.

Einbruch in Berlin 2025: die wichtigsten Zahlen

Die Polizei Berlin hat für 2025 10.618 Wohnraumeinbrüche erfasst. Das sind 2.089 Fälle oder 24,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Wohnraumeinbruch heißt in Berlin der Einbruch in Wohnungen und Einfamilienhäuser. Er läuft in der Polizeilichen Kriminalstatistik unter demselben Schlüssel 435*00, den das Bundeskriminalamt und das Land Brandenburg als Wohnungseinbruchdiebstahl führen. Die Zahlen lassen sich deshalb vergleichen.

Der Anstieg betrifft vor allem Wohnungen: Hier stieg die Zahl um 30,4 Prozent auf 8.543 Fälle. Bei Villen und Einfamilienhäusern waren es 2.075 Fälle, 5,0 Prozent mehr als 2024. 45,8 Prozent aller Taten endeten im Versuchsstadium (2024: 46,0 Prozent). Aufgeklärt wurden 7,9 Prozent der Fälle, nach 10,0 Prozent im Vorjahr.

Den Wert der Beute beziffert die Polizei für 2025 auf rund 50,8 Millionen Euro, im Durchschnitt 8.832 Euro je vollendetem Einbruch (2024: 8.263 Euro). Von den 620 ermittelten Tatverdächtigen hatten 56,8 Prozent keinen Wohnsitz in Deutschland. Der Senat beschreibt die Täter überwiegend als reisende Täterinnen und Täter, die einzeln oder in Gruppen und oft in Serien vorgehen. Wie sich die übrige Kriminalität in der Stadt entwickelt hat, lesen Sie im Ratgeber Wie sicher ist Berlin wirklich?.

Außenleuchte erhellt bei Dunkelheit die Haustür und den Weg eines Einfamilienhauses
Laut Polizei Berlin gibt es die höchsten Fallzahlen wiederkehrend im Herbst und Winter, wenn es früh dunkel wird. Symbolbild.

Was die Polizeistatistik zählt – und was nicht

Die Zahlen in diesem Beitrag stammen, wo nicht anders genannt, aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS). Sie bildet nur das sogenannte Hellfeld ab: Straftaten, die der Polizei bekannt geworden sind und zu denen die Ermittlungen abgeschlossen sind. Versuche zählen mit. Einbrüche, die niemand anzeigt, fehlen.

Wie groß diese Lücke ist, zeigt eine bundesweite Befragung, auf die sich das Bundeskriminalamt beruft (SKiD 2024): Nur etwa 57 Prozent der Wohnungseinbrüche wurden der Polizei bekannt. Bei vollendeten Taten waren es 87 Prozent, bei Versuchen nur 48 Prozent. Gescheiterte Einbrüche kommen in der Statistik also seltener vor als in der Wirklichkeit.

Einbruchstatistik Berlin: Entwicklung seit 2015

Die meisten Fälle der vergangenen elf Jahre zählte die Polizei 2015: 11.815. Ein Jahr zuvor lag die Zahl mit 12.159 sogar noch höher. Danach ging sie zurück, bis auf 4.984 Fälle im Pandemiejahr 2021, den niedrigsten Wert der Reihe. Seitdem steigt sie wieder. 2025 lag sie mit 10.618 Fällen deutlich über dem Zehnjahresdurchschnitt von 8.131 Fällen, aber unter den Werten von 2015 und 2016.

Die Aufklärungsquote schwankte zwischen 7,8 und 12,6 Prozent, der Anteil der Versuche zwischen 42,0 und 46,8 Prozent.

JahrErfasste FälleDavon im VersuchAufklärungsquote
201511.81542,0 %8,5 %
201611.50742,9 %7,8 %
20178.58044,2 %9,4 %
20187.57443,4 %8,9 %
20197.96544,4 %11,7 %
20207.07046,2 %12,6 %
20214.98446,8 %9,6 %
20226.15542,5 %8,6 %
20238.32345,9 %8,5 %
20248.52946,0 %10,0 %
202510.61845,8 %7,9 %

Einbrüche in Brandenburg: Anstieg vor allem im Berliner Umland

Im Land Brandenburg hat die Polizei 2025 3.164 Wohnungseinbruchdiebstähle erfasst, 607 Fälle oder 23,7 Prozent mehr als 2024. 43,6 Prozent blieben im Versuch stecken (2024: 44,5 Prozent). Die Aufklärungsquote lag bei 15,2 Prozent. Erbeutet oder angestrebt wurden laut Polizei überwiegend Bargeld, Schmuck und technische Geräte wie Mobiltelefone, Laptops und Tablets.

Zwei Drittel der Fälle entfielen auf die Gemeinden im engeren Verflechtungsraum rund um Berlin: 2.074 Fälle oder 65,5 Prozent. Dort stieg die Zahl um 47,8 Prozent. Als örtliche Schwerpunkte nennt der Landesbericht Potsdam (294 Fälle nach 148 im Vorjahr), Falkensee (111 nach 62) und Kleinmachnow (95 nach 54). Für den Landkreis Oberhavel meldet die Polizeidirektion Nord ebenfalls einen deutlichen Anstieg gegenüber den Vorjahren, ohne Zahlen zu nennen. Nach Polizeidirektionen oder Landkreisen schlüsselt er die Einbrüche nicht auf.

Den Höchststand der vergangenen 15 Jahre erreichte Brandenburg 2015 mit 4.436 Fällen. Bis 2021 sank die Zahl auf 1.869, seit 2022 steigt sie wieder. Deutlich gewachsen ist der Anteil der Versuche: 2011 lag er bei 27,7 Prozent, 2025 bei 43,6 Prozent.

Einfamilienhaussiedlung am Stadtrand im November, Straßenlaternen gehen in der Dämmerung an
Einfamilienhäuser am Berliner Stadtrand: In den Brandenburger Gemeinden rund um Berlin stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche 2025 um 47,8 Prozent. Symbolbild.
JahrErfasste FälleDavon im VersuchAufklärungsquote
20154.43634,8 %16,7 %
20164.18038,0 %19,7 %
20173.16739,1 %22,4 %
20182.59343,5 %18,9 %
20192.65441,0 %16,7 %
20202.48843,2 %19,9 %
20211.86947,5 %17,6 %
20222.50642,7 %14,6 %
20232.99944,3 %11,4 %
20242.55744,5 %17,7 %
20253.16443,6 %15,2 %

Berlin und Brandenburg im Vergleich mit Deutschland

Bundesweit registrierte die Polizei 2025 82.920 Wohnungseinbruchdiebstähle, 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Berlin und Brandenburg legten also deutlich stärker zu als der Bund. Bundesweit liegt die Zahl noch unter dem Stand von 2019 (87.145 Fälle) und bei knapp der Hälfte des Werts von 2015 (167.136 Fälle). 44,9 Prozent der Taten blieben im Versuch, aufgeklärt wurden 14,1 Prozent.

Auffällig ist die Aufklärungsquote in Berlin: Mit 7,9 Prozent lag sie deutlich unter dem Bundeswert und dem Brandenburger Wert. Je Einwohner wird in Berlin zudem häufiger eingebrochen als im Bundesdurchschnitt. Die Häufigkeitszahlen in der Tabelle beruhen allerdings auf unterschiedlichen Einwohnerzahlen und sind nur als Größenordnung zu lesen.

Wohnungseinbrüche seit 2015 (2015 = 100)

0255075100201520172019202120232025Berlin 90Brandenburg 71Deutschland 50
Fälle je Jahr geteilt durch die Fälle 2015, mal 100. Quellen: Polizei Berlin (PKS-Kurzberichte 2015 und 2025), MIK Brandenburg (PKS 2025, Tabelle 41), Bundeskriminalamt (PKS-Zeitreihe T01). Werte beim Überfahren oder Antippen.
2025BerlinBrandenburgDeutschland
Erfasste Fälle10.6183.16482.920
Veränderung zu 2024+24,5 %+23,7 %+5,7 %
Davon im Versuch45,8 %43,6 %44,9 %
Aufklärungsquote7,9 %15,2 %14,1 %
Fälle je 100.000 Einwohnerrund 272 (Kriminalitätsatlas)12499
Höchster Wert seit 201511.815 (2015)4.436 (2015)167.136 (2015)

Einbrüche in den Berliner Bezirken

Für die Bezirke wertet der Kriminalitätsatlas der Polizei Berlin die PKS nach dem Tatort aus. Die Häufigkeitszahl gibt an, wie viele Fälle auf 100.000 Einwohner kommen. Der Atlas rechnet mit einer eigenen Einwohnerbasis und kommt berlinweit für 2025 auf rund 272 Wohnraumeinbrüche je 100.000 Einwohner.

Am stärksten belastet war 2025 Charlottenburg-Wilmersdorf mit 1.548 Fällen und rund 452 Taten je 100.000 Einwohner, vor Steglitz-Zehlendorf (rund 369) und Treptow-Köpenick (rund 301). Die wenigsten Fälle zählte Spandau mit 624, die niedrigste Häufigkeitszahl hatte Neukölln mit rund 209. Neukölln war zugleich der einzige Bezirk, in dem die Zahl gegenüber 2024 sank. Über dem Stand von 2016 lagen 2025 Charlottenburg-Wilmersdorf, Treptow-Köpenick, Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg.

Innerhalb der Bezirke gehen die Werte weit auseinander. Die höchsten Häufigkeitszahlen der 143 Bezirksregionen hatten 2025 Grunewald (152 Fälle, rund 768 je 100.000 Einwohner), Lietzenburger Straße (254 Fälle, rund 627) und Zehlendorf Nord (265 Fälle, rund 621). Im Berliner Norden kam Frohnau/Hermsdorf auf 161 Fälle und rund 491 je 100.000 Einwohner. In kleinen Bezirksregionen verändern schon wenige Taten die Häufigkeitszahl stark.

Wohnraumeinbrüche je 100.000 Einwohner, Berliner Bezirke 2025

Quelle: Polizei Berlin, Kriminalitätsatlas Berlin (Fallzahlen und Häufigkeitszahlen 2025). Häufigkeitszahl = Fälle je 100.000 Einwohner.
BezirkFälle 2016Fälle 2024Fälle 2025Je 100.000 Einw. 2025
Charlottenburg-Wilmersdorf1.0969691.548452
Steglitz-Zehlendorf1.1629931.143369
Treptow-Köpenick693632901301
Marzahn-Hellersdorf638658810274
Tempelhof-Schöneberg986796963270
Spandau705485624240
Pankow1.2327961.009236
Friedrichshain-Kreuzberg775567678232
Reinickendorf959457628230
Mitte1.354780907228
Lichtenberg660621710224
Neukölln1.228769690209
Berlin gesamt11.5078.52910.618272

Was der hohe Anteil an Versuchen bedeutet

In Berlin, in Brandenburg und bundesweit endet fast jeder zweite erfasste Einbruch im Versuch. Woran eine Tat scheiterte, weist die Statistik nicht aus. Die Polizeiliche Kriminalprävention führt den hohen Anteil „nicht zuletzt“ auf sicherungstechnische Maßnahmen zurück. Die Polizeidirektion Ost in Brandenburg nennt als Beispiele gut gesicherte Türen, wachsame Nachbarn und Sicherungstechnik wie Alarmanlagen.

Ähnlich hatte die Polizei Berlin schon 2016 argumentiert: Den damaligen Versuchsanteil von 42,9 Prozent nannte sie den höchsten Wert seit Jahrzehnten und einen Beleg dafür, wie erfolgreich verbesserte Sicherungen Einbrüche verhindern können. Die Polizeidirektion Ost erklärt die Logik dahinter: Ist der Zugang zu schwierig oder dauert er zu lange, lassen Täter oft von ihrem Vorhaben ab. Widerstand an Türen und Fenstern kostet Zeit, und wer Glas oder Türen gewaltsam bearbeitet, macht Lärm. Beides erhöht das Risiko, entdeckt zu werden. Weil Versuche seltener angezeigt werden als vollendete Taten, zeigt die Statistik gescheiterte Einbrüche zudem nur unvollständig.

Schäden und Versicherung: Zahlen von Polizei und Versicherern

Die PKS erfasst als Schaden den Wert der Beute aus vollendeten Taten. In Berlin waren das 2025 rund 50,8 Millionen Euro, in Brandenburg rund 14,8 Millionen Euro.

Die Versicherer zählen anders. Nach Angaben ihres Gesamtverbands GDV registrierten sie 2025 bundesweit rund 100.000 Wohnungseinbrüche, rund 5.000 mehr als ein Jahr zuvor. Insgesamt zahlten sie rund 380 Millionen Euro, im Durchschnitt 3.850 Euro je Einbruch. 2015 waren es nach GDV-Angaben noch 180.000. Für die Abweichung zur Polizeistatistik nennt der GDV zwei Gründe: Nicht jeder angezeigte Einbruch ist versichert, und Versuche, die nur Fenster oder Türen beschädigen, werden mitunter gar nicht angezeigt. Polizei- und Versicherungszahlen lassen sich deshalb nicht direkt vergleichen.

Wann und wie Einbrecher ins Haus kommen

Nach Angaben der Polizei Berlin nutzen Täter die dunkle Jahreszeit, um im Schutz der Dämmerung oder der frühen Dunkelheit einzubrechen; die höchsten Fallzahlen gebe es wiederkehrend im Herbst und Winter. Zugleich beobachtet das zuständige Fachkommissariat im Berliner Westen Taten ganzjährig und unabhängig von der Uhrzeit. Ein großer Teil fällt in den Tag: In Brandenburg wurden 2025 40,5 Prozent der Wohnungseinbrüche zwischen 6 und 21 Uhr begangen, bundesweit waren 37,8 Prozent Tageswohnungseinbrüche.

Eingestiegen wird meist dort, wo es schnell geht. Laut Polizeidirektion Ost werden in rund 75 Prozent aller Einbrüche Wohnungs- oder Terrassentüren aufgebrochen oder angekippte Fenster aufgehebelt. Für Berlin beschreibt der Senat diese Vorgehensweisen:

  • Aufhebeln und Einschlagen von Fenstern und Türen
  • Angriffe auf den Profilzylinder, etwa durch Aufbohren, seit 2022 vermehrt auch mit Säure
  • Falledrücken bei Türen, die nur ins Schloss gezogen und nicht abgeschlossen sind
  • Lockpicking, seit Mitte 2024 häufiger – auch bei Zusatzsicherungen wie Querriegeln
  • Klebefäden zwischen Tür und Rahmen, mit denen Täter vorab testen, ob eine Wohnung genutzt wird
Terrassentür eines Einfamilienhauses in der Abenddämmerung, nasses Herbstlaub auf den Terrassenplatten
Laut Polizeidirektion Ost werden bei rund drei Vierteln der Einbrüche Wohnungs- oder Terrassentüren aufgebrochen oder gekippte Fenster aufgehebelt. Symbolbild.

Einbruchsicherung für Fenster und Haustür: Mechanik ab RC 2

Die Polizei setzt beim Einbruchschutz mechanische Sicherungen an die erste Stelle. Die Polizeiliche Kriminalprävention empfiehlt geprüfte einbruchhemmende Türen und Fenster nach DIN EN 1627 ab Widerstandsklasse RC 2, für vorhandene Bauteile Nachrüstsysteme nach DIN 18104. Der Versichererverband GDV empfiehlt für den privaten Bereich die Klassen RC 2 und RC 3.

Beim Einfamilienhaus lohnt ein Rundgang von außen: Haustür und Nebeneingänge, Terrassen- und Balkontüren, Fenster im Erdgeschoss, Kellerfenster und Lichtschächte, Garagentor und Garagenzugang. Prüfen Sie auch die Schließzylinder, denn in Berlin werden sie gezielt aufgebohrt, mit Säure zersetzt oder per Lockpicking geöffnet. Entscheidend ist der Einbau: Laut Polizei Berlin ist der fachgerechte Einbau so wichtig wie die Qualität des Produkts.

Besonders gefährdet sind nach Angaben der Präventionskampagne K-Einbruch leicht erreichbare Fenster sowie Terrassen- und Balkontüren, die häufig aufgehebelt werden. Für vorhandene Fenster und Fenstertüren empfiehlt sie geprüfte einbruchhemmende Beschläge nach DIN 18104 zusammen mit abschließbaren Griffen oder Zusatzsicherungen, mindestens an Griff- und Bandseite. Ein abschließbarer Griff allein schützt nicht gegen Aufhebeln. Lichtschächte vor Kellerfenstern sichern Sie am wirksamsten mit Rollenrostsicherungen oder mit Gitterrosten, deren Abhebesicherung tief im Lichtschacht verankert ist.

Ebenso wichtig sind Gewohnheiten. Schließen Sie die Haustür immer ab, auch bei kurzer Abwesenheit. Schließen Sie Fenster, Balkon- und Terrassentüren, denn gekippte Fenster sind laut Polizei offene Fenster. Verstecken Sie keinen Schlüssel draußen.

Geöffnetes Kunststofffenster mit abschließbarem Griff, Pilzkopfzapfen im Flügel und Stahl-Schließblechen im Rahmen
Pilzkopfzapfen im Fensterflügel greifen in Schließbleche aus Stahl und erschweren das Aufhebeln. Symbolbild.

Alarmanlage gegen Einbruch: meldet, ersetzt aber keine Mechanik

Eine Alarmanlage verhindert keinen Einbruch, sie meldet ihn. Die Polizeidirektion Ost formuliert es so: Alarmanlagen können mechanische Sicherungen ergänzen, aber nicht ersetzen. Sie erhöhen das Entdeckungsrisiko für Einbrecher.

Wie Täter auf Alarmanlagen reagieren, hat die University of North Carolina at Charlotte untersucht. 2012 gaben dort 422 inhaftierte Einbrecher aus drei US-Bundesstaaten Auskunft. Rund 60 Prozent sagten, eine Alarmanlage bringe sie dazu, sich ein anderes Ziel zu suchen. Rund 83 Prozent würden nach eigenen Angaben vorher prüfen, ob eine Anlage vorhanden ist. Die Ergebnisse beruhen auf Selbstauskünften gefasster Täter in den USA, und die Studie wurde von einer Stiftung der Alarmbranche finanziert. Auf Berlin übertragen lassen sie sich nur mit Vorsicht.

Welche Melder ein Haus braucht – Öffnungsmelder an Türen und Fenstern, Bewegungsmelder innen oder beides –, hängt von Grundriss und Gewohnheiten ab. Wichtig ist auch, wer auf einen Alarm reagiert: In derselben Befragung gaben rund 63 Prozent an, bei der Zielauswahl zu bedenken, ob Sicherheitskräfte oder Polizei auf einen Alarm reagieren würden – die meisten fürchteten dabei die Polizei mehr als einen Sicherheitsdienst. Helikum Security bietet Funk-Alarmanlagen von Ajax an. Mehr dazu auf der Seite Alarmanlagen und im Ratgeber Alarmanlage fürs Einfamilienhaus.

Weiße Funk-Alarmzentrale, Bewegungsmelder und Bedienteil im Flur eines Einfamilienhauses
Funk-Alarmzentrale mit Bewegungsmelder im Flur: Sie meldet einen Einbruch, aufhalten kann sie ihn nicht. Symbolbild.

Alarmanlage-Aufkleber und Kameras: was belegt ist

Zu Kameras und Hinweisschildern ist die Datenlage dünn. In der US-Befragung zählten Außenkameras und andere Überwachungstechnik neben Alarmanlagen zu den Merkmalen, die eine Mehrheit der Täter bei der Auswahl berücksichtigte. Auch Alarmhinweise gehörten zu den Sicherheitsmerkmalen, auf die viele achteten. Schilder, die auf einen Hund oder eine Nachbarschaftswache hinweisen, beachtete dagegen weniger als ein Drittel.

Eine deutsche amtliche Untersuchung zur Wirkung von Warnaufklebern haben wir nicht gefunden. Klar ist: Ein Aufkleber ohne Anlage dahinter setzt einem Täter keinen Widerstand entgegen. Eine Kamera kann abschrecken und Bilder liefern, aufhalten kann sie niemanden. Sinnvoll ist sie deshalb als Teil eines Konzepts mit Mechanik und Alarmanlage. Helikum Security arbeitet bei der Videoüberwachung mit Kameras von Dahua. Klären Sie vor der Montage, welche Bereiche eine Kamera erfassen darf.

Techniker montiert eine Überwachungskamera an der Fassade eines Einfamilienhauses
Eine Kamera am Haus kann abschrecken und Bilder liefern, Widerstand leistet sie nicht. Symbolbild.

Einbrecher abschrecken: Licht, Hund und Nachbarn

Licht: Außenleuchten mit Bewegungsmelder nennt der GDV als sinnvolle Ergänzung. Die Polizei rät, bei Abwesenheit Anwesenheit vorzutäuschen, etwa mit Licht und Rollläden, die per Zeitschaltuhr oder Smart-Home-Technik schalten. In der US-Befragung spielte Beleuchtung bei der Zielauswahl allerdings nur für weniger als ein Drittel der Täter eine Rolle. Licht ersetzt also keine Sicherung, es macht aber Bewegungen auf dem Grundstück sichtbar.

Hund: In der Befragung zählten Hunde zu den Gründen, ein Objekt auszulassen – zusammen mit anwesenden Bewohnern, Nachbarn, Passanten und sichtbarer Polizei. Ein Hund kann also abschrecken. Ein Sicherungssystem ist er nicht: Er ist nicht immer im Haus, und die Daten beruhen auf Selbstauskünften.

Nachbarn und Urlaub: Die Polizei bezeichnet eine funktionierende Nachbarschaft als altbekanntes Frühwarnsystem. Bitten Sie Nachbarn, den Briefkasten zu leeren, und geben Sie in sozialen Netzwerken und auf dem Anrufbeantworter keine Hinweise auf Ihre Abwesenheit. Achten Sie auf ungewöhnliche Spuren wie Klebefäden an der Tür. Bei verdächtigen Beobachtungen wählen Sie die 110.

Schäferhund hinter dem Gartentor eines Einfamilienhauses am Abend, über der Haustür brennt Licht
Ein Hund kann abschrecken: In einer US-Befragung nannten Einbrecher Hunde unter den Gründen, ein Haus auszulassen. Symbolbild.

Gaunerzinken und Einbrecher-Zinken: Was ist dran?

Gaunerzinken sind Zeichen, mit denen Einbrecher Häuser markieren sollen, etwa mit Hinweisen auf die Bewohner. Eine amtliche Auswertung, wie oft sie heute noch vorkommen, haben wir nicht gefunden. Die Polizei Essen schrieb 2023, Täter hätten früher Gaunerzinken genutzt und arbeiteten heute mit anderen Markierungen: Zahnstocher oder Blätter, die in Rollläden oder zwischen Tür und Zarge klemmen, oder in Papier gewickelte Steine vor der Haustür. In Berlin hat die Polizei Klebefäden zwischen Tür und Rahmen festgestellt, mit denen Täter testen, ob eine Wohnung genutzt wird.

Bleibt so etwas länger unberührt, kann das zeigen, dass niemand zu Hause ist. Entfernen Sie Fremdes an Tür und Rollläden und melden Sie Verdächtiges der Polizei. Nicht jedes Zeichen stammt von Tätern: In Bielefeld waren gemeldete Kreidezeichen im März 2026 die Malerei eines Kindes. Die Polizei nannte es trotzdem richtig, dass die Anwohner den Fund gemeldet hatten.

Revierdienst: Kontrollen, wenn niemand zu Hause ist

Wer häufig verreist oder ein Haus längere Zeit leer stehen lässt, kann zusätzlich Kontrollen beauftragen. Im Revierdienst fahren Sicherheitskräfte ein Objekt zu wechselnden Zeiten an und prüfen Türen, Tore und Außenbereiche. Das ergänzt Mechanik und Alarmanlage, ersetzt sie aber nicht.

In der US-Befragung zählten Menschen in der Nähe – Bewohner, Nachbarn, Passanten, Polizei – zu den wichtigsten Gründen, ein Objekt auszulassen. Helikum Security hat seinen Sitz in Glienicke/Nordbahn an der Berliner Stadtgrenze und bietet neben dem Revierdienst auch Objektschutz an. Sie erreichen uns unter 033056 416144.

Freundlicher Revierdienst-Mitarbeiter im Gespräch mit einer Nachbarin an einem Gartentor im Berliner Norden
Im Revierdienst fahren Sicherheitskräfte ein Objekt zu wechselnden Zeiten an. Symbolbild.

Einbruchschutz-Förderung und kostenlose Polizeiberatung

Bevor Sie investieren, lohnt die kostenlose Beratung der Polizei. In Berlin berät die Beratungsstelle Einbruchschutz der Polizei kostenfrei und neutral, auch vor Ort im Einfamilienhaus. Termine gibt es unter 030 4664-979999. In Brandenburg bietet die Polizei kostenlose technische Beratung vor Ort an, produkt- und firmenneutral; Ansprechpartner sind die Präventionsstellen der örtlichen Polizei, für den Landkreis Oberhavel die Polizeiinspektion Oberhavel in Oranienburg unter 03301 851-1080. Weitere Stellen finden Sie über die Beratungsstellensuche von K-Einbruch.

Einen Zuschuss für Einbruchschutz nennt die KfW derzeit nicht. Für das frühere Zuschussprogramm 455-E standen laut K-Einbruch schon 2023 keine Mittel mehr zur Verfügung. Auf ihrer Seite zum Einbruchschutz führt die KfW heute nur noch einen Kredit: Gefördert wird über den Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ mit bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit. Förderfähig sind unter anderem einbruchhemmende Türen, Nachrüstsysteme für Türen und Fenster, Gitter, Rollläden, Lichtschachtabdeckungen und Alarmanlagen, nicht aber Anlagen mit Infraschalldetektion. Voraussetzung ist der Einbau durch ein Fachunternehmen. Sprechen Sie mit Ihrer Bank, bevor Sie Liefer- oder Leistungsverträge abschließen, denn über sie läuft der Antrag.

In Berlin gibt es zusätzlich das Programm „IBB Altersgerecht Wohnen“: Das Land verbilligt dabei ein KfW-Darlehen mit einem Zinszuschuss. Förderbedingungen ändern sich. Prüfen Sie den aktuellen Stand deshalb vor dem Auftrag (Stand dieses Beitrags: November 2026).

Nach einem Einbruch: Polizei, Stehlgutliste, Hausratversicherung

Merken Sie, dass eingebrochen wurde, bringen Sie sich nicht in Gefahr. Die Polizei rät, das Haus auf dem gleichen Weg zu verlassen, auf dem Sie hineingekommen sind, und den Notruf 110 zu wählen. Versuchen Sie nicht, einen Täter zu stellen. Räumen Sie nicht auf und fassen Sie möglichst nichts an, bis die Polizei die Spuren gesichert hat. Erstatten Sie Anzeige, auch wenn nichts fehlt oder der Einbruch gescheitert ist. Danach:

  • Karten sperren: Bank- und Kreditkarten über den Sperr-Notruf 116 116
  • Stehlgutliste anlegen: jedes entwendete Stück mit Hersteller, Modell, Kaufpreis, Belegen und Fotos – für Polizei und Versicherung
  • Schlösser tauschen: Wurden Schlüssel gestohlen, die betroffenen Schließzylinder ersetzen

Melden Sie den Schaden unverzüglich Ihrer Hausratversicherung. Einbruchdiebstahl ist dort versichert, einfacher Diebstahl nicht. Nach Angaben des GDV ersetzt sie gestohlenes oder zerstörtes Inventar zum Wiederbeschaffungspreis. Im Einfamilienhaus übernimmt sie auch Gebäudeschäden durch einen Einbruch oder Einbruchsversuch, etwa an Türen und Fenstern, im Mehrfamilienhaus die Schäden im Bereich der Wohnung. Für Wertsachen wie Bargeld und Schmuck ist die Entschädigung laut Verbraucherzentrale meist auf 20 Prozent der Versicherungssumme begrenzt.

Ohne Anzeige bei der Polizei kann der Versicherer die Leistung kürzen oder verweigern. Kürzungen drohen laut GDV auch bei grober Fahrlässigkeit, etwa wenn Täter durch ein gekipptes Fenster eingestiegen sind; manche Verträge verzichten auf diesen Einwand. Ein Blick in die eigenen Bedingungen lohnt deshalb vor dem Ernstfall.

Häufige Fragen

Wie viele Einbrüche gab es 2025 in Berlin?

Die Polizei Berlin hat 2025 10.618 Wohnraumeinbrüche erfasst, 24,5 Prozent mehr als 2024. 8.543 Fälle betrafen Wohnungen, 2.075 Villen und Einfamilienhäuser. 45,8 Prozent der Taten blieben im Versuch stecken, aufgeklärt wurden 7,9 Prozent. Höher lag die Zahl zuletzt 2016 mit 11.507 Fällen.

In welchem Berliner Bezirk wird am häufigsten eingebrochen?

Laut Kriminalitätsatlas der Polizei Berlin in Charlottenburg-Wilmersdorf: 2025 gab es dort 1.548 Wohnraumeinbrüche, rund 452 je 100.000 Einwohner. Es folgen Steglitz-Zehlendorf mit 1.143 Fällen und rund 369 je 100.000 Einwohner sowie Treptow-Köpenick mit rund 301. Die niedrigste Häufigkeitszahl hatte Neukölln mit rund 209, die wenigsten Fälle Spandau mit 624.

Wie viele Wohnungseinbrüche gab es 2025 in Brandenburg?

Die Polizei Brandenburg hat 2025 3.164 Wohnungseinbruchdiebstähle erfasst, 23,7 Prozent mehr als 2024 mit 2.557 Fällen. Zwei Drittel davon geschahen in den Gemeinden rund um Berlin, Schwerpunkte waren Potsdam, Falkensee und Kleinmachnow. Der Höchststand der vergangenen 15 Jahre lag 2015 bei 4.436 Fällen.

Wie schütze ich mein Haus am besten vor Einbruch?

Zuerst mechanisch: Die Polizei empfiehlt geprüfte einbruchhemmende Türen und Fenster ab Widerstandsklasse RC 2 oder Nachrüstsysteme, fachgerecht eingebaut. Ergänzend helfen eine Alarmanlage, Licht mit Bewegungsmelder, aufmerksame Nachbarn und bei längerer Abwesenheit Kontrollen. Lassen Sie Fenster nie gekippt und schließen Sie die Haustür immer ab. Die Polizei in Berlin und Brandenburg berät kostenlos.

Was tun nach einem Einbruch?

Bringen Sie sich nicht in Gefahr, verlassen Sie das Haus und rufen Sie die 110. Räumen Sie nicht auf und fassen Sie möglichst nichts an, bis die Polizei die Spuren gesichert hat. Sperren Sie gestohlene Karten über den Sperr-Notruf 116 116. Erstellen Sie eine Stehlgutliste mit Beschreibung, Kaufpreis und Belegen für Polizei und Versicherung, und melden Sie den Schaden unverzüglich Ihrer Hausratversicherung.

Zahlt die Hausratversicherung bei einem Einbruch?

Ja, Einbruchdiebstahl ist in der Hausratversicherung versichert, einfacher Diebstahl nicht. Sie ersetzt gestohlene oder zerstörte Sachen zum Wiederbeschaffungspreis. Im Einfamilienhaus zahlt sie laut GDV auch Gebäudeschäden wie aufgebrochene Türen, im Mehrfamilienhaus Schäden im Bereich der Wohnung. Für Wertsachen gilt meist eine Grenze von 20 Prozent der Versicherungssumme. Voraussetzung ist die Anzeige bei der Polizei; bei grober Fahrlässigkeit, etwa einem gekippten Fenster, kann der Versicherer kürzen.

Gibt es Gaunerzinken heute noch?

Eine amtliche Auswertung dazu gibt es nicht. Die Polizei Essen beschreibt Gaunerzinken als Methode von früher; heute fänden sich eher unauffällige Markierungen wie Zahnstocher oder Blätter in Rollläden und Türspalten oder Steine vor der Haustür. In Berlin hat die Polizei Klebefäden zwischen Tür und Rahmen festgestellt. Entfernen Sie so etwas und melden Sie Verdächtiges der Polizei.

Gibt es eine Förderung für Einbruchschutz?

Ja, aber als Kredit: Die KfW fördert Einbruchschutz über den Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ mit bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit. Alarmanlagen sind förderfähig, Anlagen mit Infraschalldetektion nicht. Für den früheren Zuschuss 455-E standen schon 2023 keine Mittel mehr zur Verfügung. In Berlin verbilligt das Land über die IBB zusätzlich ein KfW-Darlehen. Stand: November 2026.

Quellen und Stand (33)

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Stand der Angaben: 7. November 2026.

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