Kurz gesagt
Die Polizei Berlin hat 2025 insgesamt 502.743 Straftaten erfasst, 6,7 Prozent weniger als im Vorjahr; bezogen auf die Einwohnerzahl war die Belastung im Zehnjahresvergleich nur im Pandemiejahr 2021 niedriger. Gestiegen sind dagegen Wohnraumeinbrüche (+24,5 Prozent) und Sexualdelikte. Wie sicher Berlin ist, hängt stark vom Ort ab: Bezirksregionen wie Frohnau/Hermsdorf liegen weit unter dem Berliner Wert, Teile von Mitte deutlich darüber.
Ist Berlin sicher? Die Lage in Zahlen
Für das Jahr 2025 hat die Polizei Berlin 502.743 Straftaten in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) erfasst. Das sind 36.306 Fälle oder 6,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Auf 100.000 Einwohnende kamen 13.642 Straftaten, nach 14.719 im Jahr 2024. Laut Polizei war diese sogenannte Häufigkeitszahl im Zehnjahresvergleich nur im Pandemiejahr 2021 niedriger. Die Aufklärungsquote lag bei 44,9 Prozent (Vorjahr: 45,5 Prozent).
Berlin folgt damit dem bundesweiten Trend: Das Bundeskriminalamt meldet für 2025 insgesamt 5.508.559 registrierte Straftaten, 5,6 Prozent weniger als 2024.
Eine pauschale Antwort auf die Frage „Ist Berlin sicher?“ geben die Zahlen nicht. Sie zeigen aber drei Dinge: Die Gesamtbelastung sinkt, die Schwerpunkte liegen bei Diebstahl und Einbruch, und zwischen den Stadtteilen gibt es große Unterschiede. Wer Berlin einschätzen will, sollte deshalb genauer hinsehen als auf eine einzige Zahl.
Was die Kriminalstatistik zeigt – und was nicht
Die PKS zählt nur Straftaten, die der Polizei bekannt geworden sind. Taten, die niemand anzeigt, fehlen darin; Staatsschutz- und Verkehrsdelikte sind nicht enthalten. Zudem ist die PKS eine Ausgangsstatistik: Fälle werden nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen gezählt, teils lange nach der Tat. Straftaten, bei denen die Täter nicht in Deutschland handeln, etwa betrügerische E-Mails aus dem Ausland, führt die Polizei gesondert – 2025 waren es in Berlin weitere 35.281 Fälle.
Wie stark Erfassungsregeln wirken, zeigt das Beispiel Messerangriffe: 2025 registrierte die Polizei 3.599 Fälle, 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Den Anstieg führt sie vor allem auf die seit 2025 verpflichtende Erfassung der Art der Waffenverwendung zurück. Fast die Hälfte dieser Fälle waren Bedrohungen, und die Zahl der dabei körperlich verletzten Menschen sank.
Ähnlich bei Mord und Totschlag: Die Fälle stiegen auf 165. Davon gehören 79 zu einer einzigen Serie, bei der ein Palliativmediziner im Verdacht steht, schwerkranke Menschen getötet zu haben. Einzelne Ermittlungskomplexe können eine Statistik also deutlich bewegen, ohne dass sich die Lage auf der Straße verändert.
Ein Teil der Gewalt geschieht außerdem im privaten Umfeld und nicht im öffentlichen Raum: Die Zahl der Opfer von Gewalt in Partnerschaft und Familie stieg 2025 um 4,9 Prozent auf 20.160, rund 70 Prozent von ihnen waren Frauen. Von den Opfern eines Messerangriffs hatten 37,0 Prozent eine Vorbeziehung zur tatverdächtigen Person. Für das Sicherheitsgefühl auf Straßen und Plätzen sind solche Zahlen deshalb nur begrenzt aussagekräftig.
Welche Delikte in Berlin zurückgehen und welche steigen
Diebstahl ist mit 203.061 Fällen der mit Abstand größte Deliktsbereich in Berlin. Zum Vergleich: Rohheitsdelikte, zu denen unter anderem Körperverletzung und Raub zählen, kamen auf 80.541 Fälle (−1,1 Prozent). Bei den Delikten, die Menschen und Unternehmen im Alltag am häufigsten betreffen, zeigt die PKS 2025 überwiegend Rückgänge.
Auffällig ist der Wohnraumeinbruch in Wohnungen und Einfamilienhäusern. Er stieg gegen den allgemeinen Trend deutlich, bundesweit dagegen nur um 5,7 Prozent. 45,8 Prozent der Berliner Taten blieben allerdings im Versuch stecken. Warum ein Versuch scheitert, weist die Statistik nicht aus – gut gesicherte Türen und Fenster sind aber einer der Punkte, die Eigentümer selbst in der Hand haben. Wie sich die Einbrüche in Berlin und Brandenburg seit 2015 entwickelt haben, zeigt der Ratgeber Einbruch-Statistik Berlin und Brandenburg.
- Diebstahl insgesamt: 203.061 Fälle (−9,2 Prozent)
- Fahrraddiebstahl: 22.630 Fälle (−16,5 Prozent)
- Ladendiebstahl: 32.280 Fälle (−8,9 Prozent)
- Taschendiebstahl: 13.621 Fälle (−14,6 Prozent)
- Kellereinbruch: 18.421 Fälle (−18,2 Prozent)
- Körperverletzung: 49.830 Fälle (−1,6 Prozent)
- Raub: 4.823 Fälle (−5,8 Prozent)
- Wohnraumeinbruch: 10.618 Fälle (+24,5 Prozent)
- Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung: 8.652 Fälle (+15,7 Prozent)
Wie sicher sind Bus, Bahn und Bahnhöfe in Berlin?
Für den öffentlichen Nahverkehr wertet die Polizei Berlin ausgewählte Delikte gesondert aus, zusammen mit Daten der Bundespolizei, die für S-Bahn und Regionalbahn zuständig ist. 2025 waren es 24.495 Fälle nach 27.251 im Vorjahr (−10,1 Prozent). Den größten Rückgang gab es beim Taschendiebstahl: 6.192 Fälle statt 8.214 (−24,6 Prozent).
Delikte mit Gewaltcharakter – Körperverletzung, Nötigung, Freiheitsberaubung und Bedrohung, Raub sowie Sexualdelikte – gingen insgesamt leicht auf 7.610 Fälle zurück (−2,1 Prozent). Innerhalb dieser Gruppe stiegen die Sexualdelikte allerdings auf 437 Fälle (+9,8 Prozent).
Für den Alltag heißt das: Wer Wertsachen körpernah trägt und in vollen Zügen, an Bahnhöfen und an Sehenswürdigkeiten aufmerksam bleibt, senkt das häufigste Risiko. Bei Belästigung oder Bedrohung gilt: Abstand suchen, andere Fahrgäste oder das Personal ansprechen und im Notfall die Polizei unter 110 rufen.
Bezirke im Vergleich: Mitte, Friedenau und Steglitz-Zehlendorf
Wie unterschiedlich die Belastung ausfällt, zeigt der Kriminalitätsatlas der Polizei Berlin. Er schlüsselt die PKS-Zahlen für die 12 Bezirke und 143 Bezirksregionen auf. Für den Vergleich wichtig: Der Atlas rechnet mit einer anderen Einwohnerbasis als der Kurzbericht, sein Berliner Gesamtwert für 2025 liegt bei rund 12.900 Straftaten je 100.000 Einwohner. Rund 62.600 Fälle ordnet er keinem Bezirk zu; sie fließen nur in den Gesamtwert ein.
Am niedrigsten war die Häufigkeitszahl 2025 in Steglitz-Zehlendorf (rund 6.600), am höchsten in Mitte (rund 19.900). In einzelnen Bezirksregionen wie Alexanderplatz lag sie bei rund 28.800. Solche Spitzen entstehen auch rechnerisch: Die Häufigkeitszahl bezieht alle Taten auf die dort gemeldeten Bewohner. Wo täglich sehr viele Menschen unterwegs sind, die anderswo wohnen, ergibt das hohe Werte.
Friedenau im Bezirk Tempelhof-Schöneberg liegt deutlich unter dem Berliner Wert: Friedenau West kam 2025 auf rund 5.800, Friedenau Ost auf rund 7.500 Straftaten je 100.000 Einwohner. In absoluten Zahlen waren es 1.526 und 1.610 Fälle, jeweils weniger als 2024. Je Einwohner über dem Berliner Wert liegen dort nur wenige Deliktsbereiche, in Friedenau West etwa der Fahrraddiebstahl, in Friedenau Ost der Diebstahl von und aus Kraftfahrzeugen.
Wie sicher ist der Berliner Norden? Reinickendorf im Detail
Reinickendorf liegt mit rund 8.900 Straftaten je 100.000 Einwohner unter dem Berliner Wert. Insgesamt wurden 2025 im Bezirk 24.346 Straftaten erfasst, nach 26.103 im Jahr 2024.
Innerhalb des Bezirks gehen die Werte weit auseinander. Heiligensee/Konradshöhe (rund 3.900) und Frohnau/Hermsdorf (rund 4.500) gehören zu den zehn Bezirksregionen mit der niedrigsten Belastung in ganz Berlin. In Tegel liegt sie mit rund 13.900 dagegen über dem Berliner Wert, Alt-Reinickendorf (rund 12.400) und Waidmannslust/Wittenau/Lübars (rund 11.800) liegen etwas darunter.
Ein genauer Blick lohnt beim Einbruch. Die Wohnraumeinbrüche in Reinickendorf stiegen von 457 auf 628 Fälle, in Frohnau/Hermsdorf von 95 auf 161. Je Einwohner liegt diese Region beim Wohnraumeinbruch damit deutlich über dem Berliner Wert, während Körperverletzungen dort weit seltener vorkommen als im Berliner Durchschnitt. Für Villen, Einfamilienhäuser und Gewerbe im Norden ist Einbruchschutz deshalb das naheliegende Thema. Mehr zur Lage im Bezirk lesen Sie auf der Seite Sicherheitsdienst Berlin-Reinickendorf.
Was die Zahlen für Unternehmen, Eigentümer und Veranstalter bedeuten
Aus einer Statistik für rund 3,7 Millionen Einwohner lässt sich kein Risiko für ein einzelnes Gebäude ablesen. Sie hilft aber, die richtigen Fragen zu stellen: Welche Delikte sind in meiner Umgebung häufig? Wann ist mein Objekt unbeobachtet? Wo kommen viele Menschen zusammen?
Für Wohnhäuser und Villen sprechen die Zahlen vor allem für einen Blick auf Türen, Fenster und Kellerzugänge. Für leerstehende Flächen, Baustellen und Gewerbe außerhalb der Geschäftszeiten ist eher die Frage, wer das Objekt nachts im Blick hat – etwa über eine Alarmanlage oder Kontrollgänge im Revierdienst. Bei Veranstaltungen stehen Einlass und Besucherlenkung im Vordergrund.
Sachlich bleiben lohnt sich: Die Gesamtzahl der erfassten Straftaten in Berlin sinkt, einzelne Delikte und Orte verdienen aber Aufmerksamkeit.
In short (English)
Is Berlin safe? According to the official police crime statistics (PKS), Berlin recorded 502,743 offences in 2025, 6.7 percent fewer than in 2024. Relative to population, only the pandemic year 2021 was lower in the past ten years. Theft is by far the largest category, violent offences declined slightly, while residential burglary rose by 24.5 percent.
On public transport, pickpocketing fell by 24.6 percent. Keep valuables close in crowded trains, at stations and tourist sights. Crime rates differ strongly by area: central Mitte has the highest rate, residential areas such as Steglitz-Zehlendorf, Friedenau or Frohnau/Hermsdorf in the north are well below the city average. In an emergency, call the police on 110.
Häufige Fragen
Ist Berlin eine sichere Stadt?
Nach der Polizeilichen Kriminalstatistik ist die Belastung 2025 gesunken: 502.743 erfasste Straftaten, 6,7 Prozent weniger als 2024. Bezogen auf die Einwohnerzahl war der Wert im Zehnjahresvergleich nur 2021 niedriger. Berlin hat großstadttypische Schwerpunkte wie Diebstahl und Einbruch, und die Unterschiede zwischen den Stadtteilen sind groß. Pauschal gefährlich ist die Stadt nach diesen Zahlen nicht.
Ist Berlin gefährlich für Touristen?
Für Besucher ist vor allem Taschendiebstahl ein Thema. Im Nahverkehr erfasste die Polizei 2025 insgesamt 6.192 Taschendiebstähle, 24,6 Prozent weniger als im Vorjahr; berlinweit waren es 13.621. Wer Wertsachen körpernah trägt und in vollen Zügen, an Bahnhöfen und Sehenswürdigkeiten aufmerksam bleibt, senkt dieses Risiko deutlich. Im Notfall erreichen Sie die Polizei unter 110.
Wie hoch ist die Kriminalität in Berlin-Friedenau?
Sie liegt deutlich unter dem Berliner Wert. Laut Kriminalitätsatlas der Polizei kam Friedenau West 2025 auf rund 5.800 und Friedenau Ost auf rund 7.500 Straftaten je 100.000 Einwohner, der Berliner Gesamtwert im Atlas lag bei rund 12.900. Absolut waren es 1.526 und 1.610 Fälle, jeweils weniger als 2024. Über dem Schnitt liegen nur einzelne Diebstahlsarten, etwa Fahrraddiebstahl in Friedenau West.
Welcher Berliner Bezirk hat die niedrigste Kriminalität?
Nach dem Kriminalitätsatlas der Polizei Berlin hatte Steglitz-Zehlendorf 2025 mit rund 6.600 Straftaten je 100.000 Einwohner die niedrigste Häufigkeitszahl der zwölf Bezirke, Mitte mit rund 19.900 die höchste. Innerhalb der Bezirke schwanken die Werte stark. Zu den Bezirksregionen mit den niedrigsten Werten zählen Müggelheim, Schmöckwitz, Karow sowie im Norden Heiligensee/Konradshöhe und Frohnau/Hermsdorf.
Wie sicher ist Reinickendorf?
Reinickendorf liegt mit rund 8.900 Straftaten je 100.000 Einwohner unter dem Berliner Wert, die Gesamtzahl sank 2025 von 26.103 auf 24.346 Fälle. Frohnau/Hermsdorf und Heiligensee/Konradshöhe gehören zu den zehn am wenigsten belasteten Bezirksregionen Berlins, Tegel liegt über dem Berliner Wert. Gestiegen sind die Wohnraumeinbrüche im Bezirk, von 457 auf 628 Fälle.
Quellen und Stand (6)
- Polizei Berlin: Polizeiliche Kriminalstatistik Berlin 2025 – Kurzbericht · Stand Oktober 2026
- Senatsverwaltung für Inneres und Sport: Polizeiliche Kriminalstatistik und Politisch motivierte Kriminalität im Jahr 2025 (Pressemitteilung vom 11.03.2026) · Stand Oktober 2026
- Polizei Berlin: Kriminalitätsatlas Berlin – Datentabelle Fallzahlen und Häufigkeitszahlen 2016–2025 · Stand Oktober 2026
- Polizei Berlin: Kriminalitätsatlas Berlin · Stand Oktober 2026
- Bundeskriminalamt: Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 im Überblick · Stand Oktober 2026
- Bundeskriminalamt: PKS – Bedeutung, Inhalt, Aussagekraft · Stand Oktober 2026
Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Stand der Angaben: 19. Oktober 2026.




